Alte Bauernregeln
Düngen, Mistausführen
soll man bei abnehmendem Mund im Zeichen der Waage, da zieht der Mist in den Boden hinein. Bei zunehmenden Mond bleibt der Mist obendrauf, wächst im Gras ein und ist somit für die Katz. Für das Kunstdüngersäen gilt das gleiche.
Suren, Jauche
wegführen soll man beim Vollmond, beim abnehmenden Mond tut es den blasen, das ist die Grasnarbe, verbrennen.
Erdäpfel, Türken, Mais
setzen, das tut man beim abnehmenden Mond. Bei zunehmendem Mond wachst des Unkraut zuviel mit, und der Acker wird ganz jätig. Die Erdäpfel setzen wäre am besten im Fischzeichen, da werden sie schön glatt, somit gibts keine verkrüppelte oder verkropfte.
Das Kartoffeln herausnehmen macht man beim abnehmenden Mond und soll im Zeichen der Waage sein, da keimen sie im Keller nicht und verlieren auch kein Gewicht.
Garteln, Blumen versetzen
soll man am besten am Gründunnerstag. Und am Karfreitag soll man Blumen setzen und versetzen.
Wenn der Mond "übersich geht" soll man Garten umstechen, Blumen umtopfen, weil da die Erde locker bleibt und die Sonnenstrahlen besser eindringen.
Salat
soll man auch in .der gleichen Zeit setzen; aber da heißt es aufpassen, dass abnehmender Mond ist und die Waage. Bei zunehmendem Mond tut der Salat soviel gern schießen und gibt keine richtigen Köpfe ab.
Mais, Türken
muss bei wachsendem Mond gesetzt werden, das gibt dann die großen Kolben.
Korn
säen, das macht man bei Vollmond, besonders gut wäre da freilich die Waage; da wird es recht körnig und behaltet das Gewicht. Das Korn schneiden soll man beim abnehmenden Mund und in die Truhe kommts Korn genauso wie der Türken gar nie bei wachsendem Mond. Das tät dann bald keimen anfangen.
Kürbis
setzen tut man bei wachsendem Mond, ernsten beim abnehmenden Mond, aber nur bei einem weichen Zeichen, das ist der Wassermann oder der Fisch, sonst wird der Kürbis hart.
Ableger von Gartenblumen
Ableger von Gartenblumen soll man bei zunehmenden Mond im Zeichen der Jungfrau nehmen.
Einkellern
nie in einem nassen Zeichen, weil da alles gerne fault. Nasse Zeichen sind Fisch, Wassermann, Jungfrau.
Matratzen
ausklopfen soll man auch beim abnehmenden Mond, damit keine Ungeziefer hinein kommen.
Schmalz
auslassen, ja nicht im Wassermann oder Fisch, da wird das Schmalz brosig, fleißig einrühren dann bleibts fest. Bei übergehendem Mond geht das kochende Fett stündig über.
Bohnen, Stangenbohnen
das gilt besonders für Stangenbohnen, soll man im Mai im "übersich gehenden" Mond, im Zwilling, ja nicht im Steinbock, das ist ein hartes Zeichen.
Zwiebel, Knoblauch
setzen, das soll man im Steinbock.
Komposthaufen
bei wachsendem Mond ansetzen, zwei Tage vor Vollmond festtreten, dann braucht es kein Beschütten mehr, der fault schnell und bleibt saftig.
Zaunsäulen, Markenstecken
schlagen soll man auch im untersich gehenden Mond machen.
Senkgruben, Sumpfböden, Stallbrücken
regulieren bzw. verlegen, das muß alles bei untersich gehendem Mond geschehen; im Krebs in der Stunde des Mars ist die beste Zeit Wasser zu versenken.
Wäschebleichen, Fleckausziehen
soll bei Vollmond am günstigsten sein, dazu ist das Wäschestück, noch nass, auf dem Rasen ausbreiten.
Holz
das man bei Vollmond schlägert, tut immer sehr schlecht trocknen, da es in vollem Saft ist.
Im über sich gehenden Mond mit den Zeichen Krebs, Schütze, Skorpion und Fisch soll man überhaupt kein Holz schlagen, vor allem kein Brennholz.
Wasserquellen fassen
soll man im Wassermann im wachsendem Mond in der Stunde Merkur.
Jauchegruben, Brunnenbretter, Abortgruben
die nicht rinnen sollen im wachsenden Mond betonieren, dann rinnen sie nicht
Baum setzen
setzt man im Sommer bei Vollmond einen Baum, so verdorrt er.
Gemüse
jede Art 2 Tage vor Vollmond setzen oder Samen säen, wird immer schön, saftig, kompakt und wohlschmeckend. Auch wird eine solche Frucht nicht herb und holzig.
Haare schneiden
ist bei den Männern nicht heikel, aber bei den Mädchen da heißt es aufpassen:
für die Manner ist's beste bei wachsenden Mond und Löwe. Will aber ein Mädchen große und schöne Zopfe haben, so gibt's nur einmal im Jahr — und das nicht alleweil - einen guten Tag.
Es muss nämlich der Vollmond auf das Zeichen der Jungfrau treffen. Für die Mädchen ist der Löwe gar nicht so gut, weil da die Haare zu viel ausgehen.
Brennholz
tut man bei abnehmendem Mond in die Schupfen, sonst trocknets nicht und wird grau. Dafür sind die Luft - und Feuerzeichen gut: Zwilling, Waage, Wassermann, Schütze, Löwe und Widder.
Rüben
setzt man bei wachsendem Mond, weil sie nur in der Nacht, das heißt bei wachsendem Mond wachsen.
Runkelrüben
setzt man bei abnehmenden Mond, sonst wachsen sie zu tief in den Boden hinein und man bringt sie schlecht heraus.
Rettich, gelbe Rüben, Gemüse
tut man gern über den Winter eingraben, einmieten wie wir sagen. Das macht man am besten im abnehmenden Mond bei einem harten Zeichen.
Fisolen, Bohnen, Erbsen
setzt man bei abnehmenden Mond, im Zeichen der Waage, dann verlieren sie auch kein Gewicht.
Obst
brocken, das soll man immer nur beim abnehmenden Mond, weil es da dann nicht so schnell fault.
Einwecken, eindosen, einsieden
das soll man auch alles nur beim abnehmenden Mond.
Sauerkraut
ist besonders gut für schlechte Magen und auch für die Galle. Und daß es große Köpfe gibt, muß man das Kraut beim abnehmenden Mond in der Waage setzen. Ins Fass tut man es auch beim abnehmenden Mond aber im Steinbock. Ja nicht im Fisch, weil es da schwimmt, auch nicht im Löwe, weil es da überhaupt kein Wasser zieht.
Heu machen
darüber gibt es sehr viele Regeln, doch werden die heute nicht mehr beachtet. Die vielen Maschinen und der ganze Streß der heutigen Zeit erlauben es nicht mehr auf Sternzeichen zu achten. Das Heu wird naß eingebracht mit künstlicher Wärme getrocknet, Qualität ist nicht gefragt.
Speck
daß er kernig wird muß bei abnehmendem Mond (bei Vollmond wird er löchrig) im Steinbock aufgehängt werden. Beim wachsenden Mond rinnt er ab und wird weich, und bei einem kriechenden Zeichen konnen Würmer hinein kommen.
Klauen schneiden, Hörner putzen
soll man bei abnehmenden Mond, sonst, wachsen sie wieder zu schnell noch. Zu diesen Arbeiten ist am besten Viehzeichen, der Löwe, der Widder, der Stier, die drei heißt man auch die Fleischigen Zeichen
Schlachten
das tut man am besten bei den drei Fleischiqen Zeichen: Löwe, Widder, Stier
Schwein abstechen
ware bei Vollmond am besten.
Klee, Rasen einsäen
säen tut man immer am Karfreitag, das ist ein alter Brauch, man sagt alles was am Karfreitag in die Erde kommt, gedeiht gut.
Johannesbeerwein
ansetzen tut man bei abnehmenden Mond, sonst gärt er viel zu schnell und da kann sich kein guter Geschmack herausbilden.
Hennen
soll man so ansetzen, daß die Hühnlein bei Vollmond oder nahe bei Vollmond auskommen. Steinbock darf auf keinen Fall sein, weil die Piepelen die harte Schale nicht aufpeckeh können. Ganz schlechte Zeichen zum Ausbrüten sind noch der Krebs, Skorpion, Wassermann, Fisch und Schütz.
Eier
einlegen soll man beim abnehmenden Mond, in einem harten Zeichen, Steinbock, Waage oder Stier.
Abspänen
der Kälber tut man bei Vollmond. Wenn man mit der übrigen Milch käsen will, ja nicht bei Skorpion und Krebs, weil das im ganzen Tierkreis die schlechtesten Zeichen sind.
Fackelen schneiden
tut man auch im abnehmenden Mond, weil sie da am schnellsten und am besten heilen.
Weißeln
soll man nur bei abnehmendem Mond; erstens haltet das viel leichter und viel besser, zweitens gehen die Kalkspritzer und der ganze Dreck viel leichter zum wegwaschen.
Wäsche waschen und spülen
hat man früher überhaupt nur beim abnehmenden Mond und nach gespült auch, weil bei wachsendem Mond der Dreck kaum raus bringst und zudem viel Waschmittei brauchst. Und der schlechteste Waschtag ist, wenn Steinbock und Waage ist.
Winterfenster
einsetzen soll man bei ebnehmenden Mond wenn er unter der Erde ist, dann netzen sie nämlich nicht.
Bodenlegen, Haustür einsetzen
tut man bei abnehmenden Mond im Steinbock. Da bleiben sie hart und machen keine Spalten auf und die Haustür verzieht es nicht.


